reflections

Warum?

Warum kann sie nicht einfach gehen? Warum darf sie nicht gehen?

Ich habe letzte Tage ihren Tumor auf dem Rücken gesehen .... ich kanns gar net beschreiben, es sah so schrecklich aus, wie eine fiese große Wucherung, total verkrustet und so groß wie nen halbes Ei über der Haut raustretend ... und drum herum, alles wie ein riesen Bluterguss oder eine Blutansammlung, größer als meine Hand - wohl gut so 10 cm breit und 15 cm lang .... naja und wie weit das noch reingeht .... ich hab da immer die Eisbergtheorie, alles ist noch viel schlimmer als man es von oben sieht .....

ich glaube, es wäre einfacher zu sagen, wo sie keine Tumore mehr hat .... Schädel, Rücken, Seiten .... und von dem wie es ihr geht .... überall in den Organen ...

gestern gings ihr gar nicht gut, heute morgen durfte ich dann den Anruf abfangen: sie hätte die ganze Nacht über auf Toilette zugebracht, weil ... okay .... lassen wir die Details, aber halt mit viel viel Blut .... und gestern abend spät, da hätte es so komisch geknackst, und dann hätte sie wie so ein bröselndes Gefühl gehabt .... meine Mum war dann da, und hats bestätigt, da ist wohl ne Rippe gebrochen - vielleicht wegen mürber Knochen, Osteoporose hatte sie ja eh schon, vielleicht hat jetzt noch ein Tumor draufgedrückt - wer weiß schon genau warum und an sich ist das ja auch gar nicht mehr wichtig ...

meine Mutter glaubt, dass sie wohl gar nicht mehr aus der Wohnung kommt, sie kann sich vor Schmerzen nicht mal im Bett richtig drehen, wie soll sie da ne Treppe runter - und an sich will sie auch nur noch schlafen, schlafen, schlafen .... warum kann sie nicht einfach "friedlich" einschlafen ... warum? Sie wacht doch nur noch auf um Schmerzen zu haben ....

Und dann meine beiden beschissenen Onkel - einer dümmer als der andere - der eine kommt vorbei (schon vor einigen Wochen) und erfüllt ihr noch einmal den Wunsch des Busfahrens (meine Mutter wollte das mit ihr nicht mehr, weil sie Angst hatte, meine Oma nicht halten zu können) und beschließt dann, das sie noch fliegen kann und bucht ihr einen Flug zu der Konformation seines Sohnes .... und als meine Oma dann schweren Herzens absagt, und meine Mutter dann (wie eigentlich abgesprochen war) auch unseren Besuch absagt, wird er auch noch pampig .... und der andere kommt vorbei, und will wohl bei seinem Bruder punkten - bleibt nicht mal 24 Stunden und fährt wieder, und verlässt meine Oma mit den Worten "dann bis zur Konformation" .... um dann drei Tage später (nachdem meine Oma das wiederum dem ersten Onkel erzählt hatte) total "liebevoll" anzurufen, dass sie sie doch nicht beeinflussen wollten, und das sie das selber entscheiden müsse .... aber immer schön schon Sachen mitnehmen, man nennt es wohl auch "Leichenflederei bei lebendigem Leibe"

Was soll das? Vertrauen sie meiner Mutter nicht? Solche Worte wie "lass dich nicht beeinflussen, du darfst natürlich zur Konformation kommen" die können doch nur Streit zwischen den Geschwistern entfachen - und das wo es ums Wohl der gemeinsamen Mutter geht ...

Sie kann einfach nicht mehr - warum können sie das nicht akzeptieren? Sie schluckt mehrmals pro Tag schwerze Schmerzmittel - und dann soll sie fliegen????? Sie kann sich an keinen Stuhl mehr richtig lehnen, wegen des Tumors, und soll dann bei Start und Landung in die Sitze gedrückt werden? Was sind das eigentlich für naive, unerwachsene Wesen?

Keiner von denen bekommt auch nur annähernd mit was passiert! Das meine Oma kaum noch für sich kocht, weil sie keinen Sinn mehr darin sieht, das sie nicht mal mehr an ihren Tiefkühler kann, weil ihr bei jedem Bücken schwindelig wird - das sieht ja keiner! Das sie vor Schmerzmitteln nicht mehr gerade gehen kann ... und das sie sich trotz allem immer noch vor allen zusammenzureißen, um uns das alles nicht zu doll zu zeigen, das sehen die ja nicht ....

2 Kommentare 10.5.07 20:49, kommentieren

Heute war ....

ein schlechter Tag ....

Schlechte Tage gibt es jetzt immer häufiger, seit fast 14 Tagen war sie nur vier mal aus der Wohnung raus, hat für eine Strecke von sonst fünf Minuten 45 gebraucht und gibt sich selber auf ....

Jetzt bekommt sie Tramal als Schmerzmittel, sie hat das Gefühl ihr Oberkörper bricht zusammen, sie kann ihren Kopf kaum noch halten, wann immer es geht stützt sie ihn mit der Hand ab. Die Tumore sprießen nur so - wo immer sie mal einen kleinen Knoten oder den Krebs damals vor 19 Jahren hatte, da stehen die Tumore deutlich sichtbar wie ein Hügelfeld - der Rücken ist eine Tumorlandschaft - wo die OP noch im Winter war ist jetzt ein schorfiges wucherndes etwas, was von Tag zu Tag zu wachsen scheint.

Die Konfi meines Cousins war ihr nächstes großes Ziel - sie hat es schon aufgegeben. Dabei ist es nur noch einen Monat hin. Aber sie hat sich auch drauf eingelassen - hat solange gejammert bei meinem Onkel, dass sie nicht Samstag mit uns hinfahren könne und Sonntag wieder zurück wegen der Fahrt, da hat er ihr einen Flug gebucht. Völliger Schwachsinn in meinen Augen - aber ich habe da ja nichts mitzureden.

Und dann ihre Wohnung - sicher, ich weiß alles nur über meine Mutter, weil ich nicht soooo häufig da bin - aber selbst ich habe schon bemerkt, was meine Mutter sagt: sie lässt alles liegen, rafft sich kaum noch auf noch etwas zu machen, sie legt sich schlafen, sobald nicht irgendetwas anderes spannendes ist - und das sind alles in allem wohl sicher so 19 Stunden am Tag, die sie schläft, falls meine Mutter einen Tag nicht da ist - und 17 bis 18 Stunden, wenn meine Mutter da ist. Früher hat sie noch alles selber machen wollen, kochen, die Küche aufräumen, den Kühlschrank frisch halten - inzwischen darf meine Mutter die verdorbenen Sachen aus dem Kühlschrank holen, Essen aufwärmen für sie, und täglich aufräumen. Verdorbene Sachen deshalb, weil sie vergisst, was sie im Kühlschrank hat, und wenn sie es nicht vergisst und in die Küche kommt, dann hat sie gar keine Lust mehr für sich zu kochen - es würde ja eh nicht lohnen für sie.

Der Darm ..... funktioniert auch nicht mehr richtig, sie hat nen Bauch wie ne Schwangere mit 6 oder 7-lingen .... wohl viele Metastasen - ohne Abführmittel geht gar nichts mehr.

Sie hat geweint - vor Angst, vor den Schmerzen, die sie noch leiden muss ... das geht nicht schnell, das geht langsam - kriechend und sie wird bei noch recht gut funktionierenden Verstand mitbekommen, wie sie noch mehr als eh schon zerfällt. Sie hat Angst vor langem Leiden, was ihr jetzt bevor steht, vor Lähmung die innerhalb von Tagen einsetzen und sich durch den Körper ausbreiten kann. Der Arzt hat gesagt, dass es kein kurzes Ende nehmen wird und alles was er kann ist ihr immer mehr Schmerzmittel geben - Abhängigkeit ist da kein Thema mehr. Gut das sie die Mittel bekommt ....

Da denkt man dann über Sterbehilfe nach, sie wünscht sich nur noch, dass es schnell zu Ende geht. Und wer kann ihr das übel nehmen? Wer kann nicht verstehen, dass sie nicht unter Schmerzen die Welt verlassen will?

Ich kann sie kaum noch besuchen - bringe es kaum noch über mich - schaffe es nicht sie leiden zu sehen - ich weiß, wie gemein sie bei allem war, ist und noch sein wird - und doch - ich liebe sie doch! Ich weiß wie unfair das von mir ist - sie will mich wohl noch so häufig wie es geht sehen, aber ich sehe sie verfallen und will an sich nur das Bild von vor 4, 5 Jahren vor mir sehen.

Und was das Schwerste ist, du darfst ihr dein Mitleid ja nicht zeigen. Meine Mutter leidet schon genug, sie muss jeden Tag alles mit ansehen, alles mitmachen - ich versuche sie immer noch zu trösten, aber ich weine allein und weiß nicht was ich machen soll.

Nie hab ich zu einigen Zeiten so neben mir gestanden und mich von der Seite angesehen und mich gefragt, ob alles was ich tue richtig ist, ob ich nicht mein Leben verschwende, ob ich meinen Weg gehe, oder den von anderen .... und Schweden ist so weit weg - überhaupt nicht real - wie etwas, was vor einem liegt, aber nicht zu greifen ist .... es rückt näher und doch scheint es irrsinnig weit in der Ferne zu liegen ... hinterm Horizont .... 

1 Kommentar 21.4.07 01:58, kommentieren

einsam .....

ist irgendwie was ganz anderes als allein ....

Man ist allein, aber man fühlt sich einsam ..... wie soll ich es anders beschreiben? Es ist wie eine Leere, die einen ausfüllt, einen immer wieder eiskalt erwischt, wenn es leise und still wird ....

Und dabei will man ja nichts unmögliches ... und gleichzeitig weiß man, dass es doch unmöglich ist, jemanden zu finden, der ein solches Gefühl "mal eben" ändert und einem all das gibt, wo nach man sich sehnt.

Niemand beliebiges .... jemand der das Herz berührt .... mit dem man schweigen und quatschen, lachen und weinen, schlafen und wachen und so vieles mehr kann ...

Von dem man Kilometer entfernt sein kann, und doch das Gefühl hat, dass da jemand ist, der einen "nach Hause kommen lässt" ...... 

15.4.07 03:31, kommentieren

Träume

Da kommt man nichts ahnend von einem schönen Abend nach hause und hat mit Freunden die Einrichtung der Kneipe demoliert ... *hust* ... naja - also genauer gesagt, haben die Jungs mit einer gewissen Überdimensionierung der Teelichtflamme durch Bierdeckelbefeuerung den Glasteelichthalter durch Überhitzung gesprengt.

Dann geht man müde ins Bett nach dem man 44 Minuten Busfahrt hat über sich ergehen lassen - und was träumt man nachts?

Man träumt von einem Streit mit seinem Ex und wie man ihn lauthals anschreit. Total untypisch für mich, weil ich nie schreie - okay, außer wegen Spinnen oder in der Achterbahn - und schon gar nicht irgendjemanden anschreie. Aber ich habe ihm deutlich meine Meinung gesagt und dann bin ich auch aufgewacht ....

Was soll man nun davon halten? Klar, Träume, so sagt man, verarbeiten das, womit man tagsüber nicht abgeschlossen hat. Aber ist das nun eher ein Alptraum, oder doch ein Wunschtraum, weil ich dann meine Ruhe hätte?

Echt, ich kann mir reizvollere Träume vorstellen *gg* 

1 Kommentar 29.3.07 15:29, kommentieren

Und immer weiter geht der Wahnsinn ....

Ich hatte schon gehofft, der letzte Eintrag würde ohne weitere Folgeeinträge bleiben - aber wie konnte ich mir das auch nur in den Kopf kommen lassen?

Wie sagt DC so schön? so wie "wir ihn kennen und nicht lieben"

Heute hat er dann glatt wieder angerufen und erstmal drauf los geplappert: er wolle dann mal absprechen, wann er Gründonnerstag vorbei käme, er hätte jetzt früh nen Termin zur Blutspende und danach nen Termin beim Zahnarzt, und danach wolle dann bei meiner Oma vorbeikommen. Da hat ihn meine Ma dann gebremst: meine Oma wolle aus zweierlei Gründen den Besuch nicht - einerseits ginge es ihr gesundheitlich nicht so gut - und andererseits wolle sie sich nicht zwischen uns stellen.

Da wurde er pissig, und meinte so "ja, war ja bloß nen Angebot, war gut gemeint, sie muss ja nicht, ich dachte sie würde sich über nen Besuch freuen" usw. halt .... halt seine pissige Art, wie wir sie kennen und nicht lieben ....

Hat dann noch zwei Minuten erzählt, und dann aufgelegt ....

Aber wer denkt, dann wars endlich vorbei ... Nein! Dann wurde erstmal noch in Icq ne Nachricht geschickt "meld dich doch kurz, wenn du online bist" .... tja, für ihn war ich nicht online, und das bleibt auch erstmal so .... *grmpf* ich kanns einfach nicht mehr haben ....

1 Kommentar 27.3.07 21:22, kommentieren

Warum kann er es net einfach einsehen?

Oh man, ich bin mal wieder so genervt.

Ich hatte Samstag schon sicher fast ne Stunde für ein Telefonat mit ihm geopfert, hatte ihm von der Geburtstagsparty unserer gemeinsamen sehr guten Freundin erzählt, auf der er nicht sein konnte, weil er ja net jedes Wochenende hochkommt, und mir wirklich alle Zeit der Welt genommen - bloß dann halt auch irgendwann konsequent das Telefonat beendet, weil ich dann keine Lust mehr hatte. Sonst haben wir ja auch maximal ne Viertelstunde telefoniert, also war das schon lang genug.

Das er mich dabei "Schatz" genannt hat, okay, sei mal dahin gestellt. Die Begründung "Gewohnheit" war zwar so unsensibel wie ich es von ihm gewohnt bin, aber was solls, kann wohl die Wahrheit sein nach 4 Jahren.

Gestern hat er sich dann allerdings das Beste überhaupt geleistet - ich war mit meinen Eltern unterwegs gewesen, und als ich dann wieder zu hause war, da fand ich irgendwann die Nachricht auf dem AB, dass er angerufen hatte, während wir weg waren. Meine Eltern waren noch spazieren gegangen, also habe ich das einfach "vergessen". Aber was zu erwarten war .... er hats dann später noch mal probiert und naja - was sollen meine Eltern tun - haben dann halt abgenommen. Er weiß auch, dass sie irgendwann zu hause sind. Darauf hin hat er meiner Mutter dann ne Dreiviertelstunde nen Keks ans Ohr gelabert und sie mit allem was ihm so einfiel zugemüllt. "Das ja mit ihnen nichts wäre, und das man ja deswegen immer noch so reden könne wie sonst, und ... " blabla halt. Das er vorher sich mit meinen Eltern nicht so gut konnte, wegen eines dämlichen Streites, denn lediglich er nicht vergessen konnte in seiner nachtragenden Art, das hatte er wohl vergessen. "Er wolle noch bei Oma anrufen, sich mal bei ihr erkundigen, wies ihr ginge ..." - das hat meine Mutter dann gleich mal abgebogen mit der Begründung, dass Oma bei ihr nicht bekannten Nummern gar nicht mehr abnehme, und nur noch mit der Familie spräche. Worauf hin er dann - super penetrant - meinte, dann könne er ja Gründonnerstag bei ihr zu Besuch kommen. Er sei ja ab Mittwoch hier und ginge Blutspenden am Donnerstag und dann könne er ja von da aus zu Oma fahren, dann wäre meine Mutter ja auch da, und er könne sich ja in Ruhe mit ihr dann unterhalten.

Ich habe so die Wut, dass geht gar nicht mehr. Er weiß genau, dass er unter anderem deswegen nicht mehr mein Freund ist, weil es mich gestört hat, dass ich mit ihm nicht über die Dinge reden konnte, die mich bewegen - halt zu einem Großteil auch meine Oma. Und jetzt setzt er genau da an und rennt mir da die Bude ein, wo ich es bemängelt hatte. Ich hab ihm doch schon versprochen, dass wir uns Ostern einen Abend treffen können - aber unter diesen Umständen hab ich ja mal so keine Lust dazu, das ist schon jenseits von Gut und Böse.

Ich habe das Gefühl, dass er einfach nicht kapiert, dass es vorbei ist, und dass er mich auch nie nie wieder bekommt. Egal was er tut, und egal um wen er sich jetzt auf einmal bemüht.

Das er meine Familie hintenrum versucht zu kontrollieren, oder wie man das auch immer nennen will - das ist so unglaublich .... ich versteh nicht, wie er glauben kann, dass das funktioniert: ich weiß nicht, wie lange man so normalerweise braucht für eine Diplomarbeit, aber er hat jetzt nicht mal drei Monate dran geschrieben, und hat sie schon eingereicht. Ich dachte immer sechs Monate wäre die normale Zeit. Soll mir an sich auch egal sein - nur das was er daraus macht ..... Meiner Mutter erzählt er, er habe sie nun eingereicht zum ersten Lesen beim Prof, und erzählt dann gleich, das er glaubte, dass er wohl übernommen würde, und das er versuchen wolle sich bis zum Winter ein Auto zusammen zusparen (gebraucht - okay - aber trotzdem), dass er sich aber wohl direkt über den Mutterkonzern bewerben wolle ... usw. halt. Als meine Mutter das also meinem Bruder erzählt, da ist er ganz verdutzt und erzählt ihr (natürlich unter dem Mantel der Verschwiegenheit *hust*), dass er ihm in Icq vorgejault habe, dass er ja nicht wisse, ob er übernommen würde, und wenn ja, dann wohl nur zu den Konditionen wie jetzt während der Diplomarbeit. Dass er das seinen Eltern gar nicht erzählen könne, weil die ihn ja jetzt auch finanziell unterstüzen würden, und dass die wohl dann ausrasten würden usw. Und das er ihn aber gebeten habe, dass niemandem weiterzuerzählen .... Soweit kommts noch!!! Mein Ex bringt meinen Bruder dazu Dinge vor der Familie geheim zu halten, und erzählt dann hier ganz andere Dinge und glaubt, dass kommt nicht raus? Was denkt er sich dabei? Und dann hier erzählen, es würde ja alles bleiben wie es sei, man könnte sich ja auch so super weiterverstehen .... ja prima - was ein super Verstehen, wenn man rumlügt wie gedruckt!!

Ich bin so angepisst und sauer ..... 

1 Kommentar 26.3.07 14:54, kommentieren

Wann ist ein Leben noch lebenswert?

Andauernde Schmerzen, und Tage, an denen sie noch schlimmer werden .... an denen man daran denkt, wo die Unterlagen sind, die benötigt werden zur Beerdigung .... ist das noch lebenswert?

Irgendwo kann ich dann verstehen, wenn meine Oma verbittert und ungerecht wird - das muss doch ein schreckliches Gefühl und ein schreckliches Wissen sein. Aber gleichzeitig bringt es doch nichts, das an denen auszulassen, die sie pflegen, die immer nur das Beste für sie versuchen zu tun ....

Sie soll uns ja gar nicht danken, aber wenigstens so behandeln, wie sie mit jedem anderen auch umginge .... mit Respekt. Warum wirft sie meiner Mutter vor, sie wolle sie nur im Grab sehen, sie wäre doch froh, wenn sie endlich unter der Erde wäre?

Langmut ist das einzige was da hilft, aber irgendwo ist auch der erschöpft, wenn das tag täglich so geht. Dann ist man nur noch traurig und zieht sich zurück. Warum kann sie sich nicht einfach mal mitfreuen, wenn auf die Reklamation bei Golden Toast hin, dass in der Tüte, die sie gekauft hat, statt 8 nur 5 Brötchen waren, ein großes Paket ankommt und gleich auf eine komplette neue gleichwertige Tüte noch andere Dinge draufgelegt werden. Es geht doch niemandem um die dusseligen Brötchen, sie hätte die ganzen 14 Stück haben können, die insgesamt gekommen sind, aber anstatt das sie sich mal freut, das ich sowas für sie hinbekommen hab - da wird einem nur ins Gesicht geklatscht "aber drei Brötchen davon stehen ja dann mir zu" .... das ist wie das kaputt machen jeder Freude.

Das ist wie das Gefühl, was man hat, wenn man sich über eine Sache freut, und der nächste ankommt, und nur einen Satz braucht, um das alles zu zerstören und man es enttäuscht in die Ecke stellt und am liebsten nie wieder angucken will. 

Warum kann sie sich an solchen Dingen nicht freuen? Ich dachte immer, wenn man kurz vor dem Ende seines Lebens steht, dann wird man dehmütiger, kann sich an kleinen Dingen so viel mehr erfreuen als andere, sieht die kleinen Dinge des Lebens als das was sie wirklich sind ....

Sie leidet jeden Tag, gestern .... wusste sie kaum, wie sie aus dem Bett kommen sollte - das Gesicht war wie zur Hälfte ohne Leben. Wie wenn es schlafen würde. Der Tumor auf dem Rücken hat gearbeitet ohne Ende, und hat nur noch deutlicher gemacht, was eh schon zu sehen war ... er ist nicht nur offen sondern hat inzwischen auch die Größe von einer Handfläche. Sie ist inzwischen auf dem linken Ohr fast taub, weil die Tumore im Kopf, die über dem Ohr angesiedelt waren, wohl solche Ausmaße angekommen haben, dass sie durch den Druck den sie ausüben, alles zerstören. Ihre Augen tränen ohne Unterlass, weil sie Geschwüre an den Tränensäcken hat; sie zittert so stark, dass sie kaum noch schreiben kann; durch die Tumore an der linken Schulter sind ihre Lymphen so zugedrückt, dass ihr Arm auf voller Länge fast 3* so dick ist normal und total hart .....

Wo ist da das Leben noch lebenswert? Alle zwei Tage nicht gut aus dem Bett kommen, die übrigen Tage nach einem halbstündigen Spaziergang kaum noch in die Wohnung kommen, weil sie im ersten Stock liegt - lügen müssen, weil man vor der Tochter nicht zugeben will, dass man gefallen ist. Weil man sich immer noch weiß machen will, das man das alles noch kann, das man sogar noch wieder mehr können wird demnächst, wenn es erstmal wieder wärmer ist ^^. Sicher ist aufgeben auch keine Lösung, aber die einzige, die sich um sie kümmert belügen, ist doch auch keine .....

3 Kommentare 9.3.07 14:57, kommentieren



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